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Aktuelles

Studie über Pflege Schwerst-Demenzkranker im Heywinkel-Haus

Niedersächsisches Sozialministerium fördert pflegewissenschaftliche Untersuchung über "Beschütztes Wohnen"

 

In der "Tagesoase", dem großen Gemeinschaftsraum des "Beschützten Wohnens", fanden sich anlässlich des Beginns der wissenschaftlichen Studie ein (von links): Prof. Dr. Elke Hotze (FH Osnabrück), Fritz Röbbert und Klaus Wamhof (Vorstandsmitglieder der Julius-Heywinkel-Stiftung), Dr. Christine Hawighorst (Staatssekretärin des Sozialministeriums Niedersachsen), Eckhard Kallert & Monika Stukenborg (Geschäftsführer & Pflegedienstleitung des Heywinkel-Hauses).

Das Niedersächsische Sozialministerium unterstützt finanziell ein Projekt der Hochschule Osnabrück. Unter Leitung von Frau Professor Dr. Hotze wird eine pflegewissenschaftliche Studie über das "Beschützte Wohnen" im Heywinkel-Haus durchgeführt. Die offizielle Eröffnung hierzu fand am 04. Februar 2010 statt.
Trotz der vielen Diskussionen und Untersuchungen zum Thema Demenz in den letzten Jahren wurde die Gruppe der Schwerstdementen eher vernachlässigt. Im Endstadium der Demenz leiden die Betroffenen unter schweren Beeinträchtigungen bei der Bewegung und beim Sprechen. Das einzige bisher in der Bundesrepublik umgesetzte Pflegekonzept ist die so genannte Pflegeoase. Dabei werden vier bis acht Personen in einem Raum untergebracht, um Vereinsamung  zu vermeiden.

Das Konzept des Beschützten Wohnens im Heywinkel - Haus geht davon aus, dass Menschen sowohl ein Bedürfnis nach Gemeinschaft als auch nach Rückzug haben. Unter diesem Aspekt wurde ein Bereich speziell für die Bedürfnisse Schwerstdementer eingerichtet. Die Bewohner haben alle ein Einzelzimmer. Damit jederzeit ein Aufenthalt in Gemeinschaft möglich ist, können die Betten aus dem Zimmer in einen großzügigen Gemeinschaftsraum geschoben werden. Im gesamten Bereich des "Beschützten Wohnens" wurden eine Reihe innovativer Ideen für die Bewohner umgesetzt, z.B. tiefgezogene Fenster für den Blick nach draußen; mobile Küche für das Kochen am Krankenbett; Einsatz von Vorhängen, um Körperpflege im Gemeinschaftsraum zu ermöglichen etc. Ein derartiges Konzept wird in der Fachöffentlichkeit als qualitätsgeleitete Pflegeoase diskutiert.
Im Zentrum der pflegewissenschaftlichen Aufmerksamkeit standen bisher insbesondere Erkrankte mit Verhaltensauffälligkeiten wie Schreien, Weglaufen etc. Über die Pflege von Menschen in weit fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung, die immobil und sprachunfähig sind, gibt es bisher kaum Untersuchungen. Das Land Niedersachsen hat hier eine Vorreiterrolle übernommen. Es förderte bereits eine Studie zur Pflegeoase und fördert nun die Untersuchung der Hochschule Osnabrück. Ziel ist es letztlich zu ermitteln, welche Konzepte für die Pflege der betroffenen Menschen förderlich sind.
Das Heywinkel-Haus beteiligt sich an der Finanzierung dieses Projektes. Insbesondere begrüßt das Heywinkel-Haus, dass dadurch die bisher in der Pflegewissenschaft eher zu kurz gekommene Altenpflege in den Fokus rückt. Trotz der sowohl an der Universität als auch an der Hochschule vertretenen Pflegewissenschaft gab es bisher keine vergleichbare Untersuchung in der Altenpflege. Im Interesse der alten Menschen sind derartige Kooperationen zwischen Praxis und Wissenschaft zukunftsweisend.
Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist für den April 2011 vorgesehen.

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